Ratgeber · Stand: Oktober 2026

GiroCode auf der Rechnung: Inhalt, Größe und Datenschutz

Der GiroCode ist ein QR-Code nach der Richtlinie EPC069-12 des European Payments Council. Er enthält Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck. Ihr Kunde scannt ihn in der Banking-App, prüft die Daten und gibt die Überweisung frei.

Ein GiroCode erspart Ihrem Kunden das Abtippen der IBAN. Das schützt vor Zahlendrehern und Tippfehlern.[2] Er ist freiwillig. Keine Rechnung muss einen QR-Code tragen, und er ersetzt keine Pflichtangabe. Die maßgebliche Richtlinie ist EPC069-12 in Version 3.1 vom 19. März 2024.[1]

Dieser Ratgeber erklärt, was genau im Code steht, welche Apps ihn lesen, wie groß er gedruckt werden sollte, was für den Datenschutz gilt und warum die Schweizer QR-Rechnung etwas anderes ist.

Was steht im GiroCode?

Der Code enthält reinen Text, Zeile für Zeile, getrennt durch Zeilenumbrüche. Die Richtlinie legt Reihenfolge und Länge fest:[1]

ElementPflichtInhalt und Länge
Service Tagjaimmer BCD
Versionja001 oder 002
ZeichensatzjaZiffer 1 bis 8, 1 steht für UTF-8
Kennungjaimmer SCT für SEPA-Überweisung
BICin Version 002 nur außerhalb des EWR8 oder 11 Zeichen
Name des Empfängersjabis 70 Zeichen
IBANjabis 34 Zeichen, nur IBAN
BetragneinEUR und Betrag, von 0,01 bis 999.999.999,99
ZweckneinCode mit bis zu 4 Zeichen
Referenzneinstrukturiert, bis 35 Zeichen, zum Beispiel RF-Referenz nach ISO 11649
VerwendungszweckneinFreitext bis 140 Zeichen, statt der Referenz
Hinweis an den Zahlerneinbis 70 Zeichen

Referenz und Verwendungszweck schließen sich aus. Es darf nur eines von beiden gefüllt sein. Der gesamte Inhalt ist auf 331 Byte begrenzt. Bei Umlauten in UTF-8 sind das weniger als 331 Zeichen.[1]

So sieht der Inhalt für eine Rechnung über 1.517,25 Euro aus. Version 002, keine BIC, Rechnungsnummer als Verwendungszweck:

BCD 002 1 SCT Mia Beispiel DE02120300000000202051 EUR1517.25 MB-2026-017

Die leeren Zeilen stehen für BIC, Zweck und Referenz, die hier nicht gefüllt sind. Nach dem letzten gefüllten Element folgt kein Trennzeichen mehr.[1]

Version 001 oder 002: brauche ich die BIC?

In Version 001 ist die BIC Pflicht. In Version 002 ist sie optional, solange alle Beteiligten im Europäischen Wirtschaftsraum sind. Für SEPA-Zahlungen mit Teilnehmern aus Ländern außerhalb des EWR bleibt sie Pflicht.[1] Für deutsche Konten können Sie also Version 002 ohne BIC verwenden.

Welche Banking-Apps lesen den GiroCode?

Viele, aber nicht garantiert alle. Die EPC-Richtlinie ist ausdrücklich nur eine Empfehlung. Ob eine Bank die Funktion anbietet, entscheidet sie selbst.[1] Zwei Beispiele aus Angaben der Banken:

  • Sparkassen: Die App Sparkasse liest den Code von der Rechnung und überträgt Empfänger, IBAN, BIC, Betrag und Verwendungszweck in die Überweisung. Das funktioniert laut Sparkasse auch mit Rechnungen aus anderen SEPA-Ländern.[2]
  • Volksbanken und Raiffeisenbanken: In der VR-BankingApp liest die Funktion Scan2Bank QR-Codes auf Rechnungen.[3]

Auch viele andere Banken werben mit einer Scan-Funktion. Wenn Sie sichergehen wollen, testen Sie Ihren Code mit zwei oder drei Apps, bevor Sie ihn auf alle Rechnungen drucken. Und drucken Sie die Daten immer auch als Text daneben. Wer keine passende App hat, überweist dann wie gewohnt.

Wie groß muss der GiroCode auf der Rechnung sein?

Eine feste Druckgröße schreibt die EPC-Richtlinie nicht vor. Sie legt nur die Fehlerkorrekturstufe M fest und die größte erlaubte QR-Version 13 mit 69 mal 69 Modulen.[1] Ein Modul ist eines der kleinen Quadrate im Code.

Zur Orientierung hilft die Schweizer Norm für die QR-Rechnung. Sie verlangt beim Druck mindestens 0,4 mm je Modul und um den Code einen freien Rand von vier Modulen nach ISO 18004.[4] Für den GiroCode ist das keine Vorschrift, aber ein sinnvoller Maßstab. Daraus ergibt sich:

InhaltModuleCode bei 0,4 mm
Kurzer Inhalt wie im EPC-Beispiel, rund 100 Byte41 × 4116,4 mm
Größter erlaubter Inhalt, 331 Byte69 × 6927,6 mm

Die Modulzahlen für die beiden Fälle stammen aus der EPC-Richtlinie.[1] Dazu kommt jeweils der freie Rand. Für eine normale Rechnung sind 2 bis 3 cm Kantenlänge deshalb ein guter Wert. Wichtiger als die Größe sind ein sauberer Druck, schwarze Module auf weißem Grund und kein Text oder Logo im Code.

Welche Angaben müssen im Klartext neben dem Code stehen?

Die EPC-Richtlinie ist für Fälle gedacht, in denen dieselben Zahlungsdaten zugleich als Text sichtbar sind, etwa auf einer Rechnung. So kann der Zahler prüfen, ob der Code mit dem Text übereinstimmt.[1] Drucken Sie deshalb neben den Code:

  • Name des Empfängers, genau wie im Code
  • IBAN, in Vierergruppen lesbar
  • BIC, falls im Code enthalten
  • Betrag
  • Verwendungszweck, am besten die Rechnungsnummer

Die umsatzsteuerlichen Pflichtangaben einer Rechnung stehen in § 14 Abs. 4 UStG und haben mit dem Code nichts zu tun.[5] Der GiroCode ersetzt keine davon. Welche Angaben auf Ihre Rechnung gehören, erklärt der Ratgeber Rechnung als Freiberufler, für Kleinunternehmer der Ratgeber Kleinunternehmer-Rechnung.

Ist der GiroCode sicher? Was gilt für den Datenschutz?

Der Code enthält nur die Daten, die ohnehin auf der Rechnung stehen: Ihren Namen, Ihre IBAN, den Betrag und den Verwendungszweck. Daten Ihres Kunden stehen nicht darin. Einen Link oder eine Internetadresse sieht die Richtlinie nicht vor.[1] Beim Scannen wird also keine Webseite geöffnet.

Bezahlt wird erst, wenn der Kunde die Überweisung in seiner App prüft und wie gewohnt freigibt, bei der Sparkasse zum Beispiel mit einer TAN.[2] Das schützt vor Fehlern, aber nicht vor Betrug. Ein gefälschter Code auf einer gefälschten Rechnung führt auf ein fremdes Konto. Darum ist der Abgleich mit dem Klartext wichtig, und darum sollte der Name im Code genau dem Namen auf der Rechnung entsprechen.

Wenn Sie den Code mit einem Online-Generator erzeugen, geben Sie Name, IBAN und Betrag an einen fremden Anbieter. Prüfen Sie dann dessen Datenschutzerklärung. Einfacher ist es, den Code im eigenen Rechnungsprogramm auf dem eigenen Rechner zu erzeugen.

Was ist der Unterschied zur Schweizer QR-Rechnung?

Die Schweizer QR-Rechnung sieht ähnlich aus, folgt aber einem eigenen Standard von SIX. Sie hat am 1. Oktober 2022 die Schweizer Einzahlungsscheine abgelöst.[6] Ein GiroCode ist für Schweizer Kunden kein Ersatz für den QR-Zahlteil.

MerkmalGiroCode (EPC)QR-Rechnung Schweiz
StandardEPC069-12 Version 3.1[1]Implementation Guidelines QR-Rechnung, Version 2.3 seit November 2025[4]
Kennung im CodeBCDSPC[4]
Währungnur EuroFranken und Euro[4]
Größenicht vorgeschriebenimmer 46 × 46 mm, mit Schweizerkreuz 7 × 7 mm in der Mitte[4]
Umfangbis 331 Bytebis 997 Zeichen[4]
Drumherumnur der Code, Text frei gestaltetfester Zahlteil im Format A6 quer, 148 × 105 mm, mit Empfangsschein[4]
Adressennur Name des Empfängersnur noch strukturierte Adressen[6]
Freiwillig?jaStandard für Zahlungen in der Schweiz[6]

Ab dem 14. November 2026 gilt Version 2.4 der Schweizer Richtlinien. Danach sind QR-IBAN und QR-Referenz nur noch für Rechnungen in Franken vorgesehen. In Euro bleiben die Kombinationen IBAN mit SCOR-Referenz und IBAN mit freier Mitteilung. Version 2.3 gilt laut SIX noch bis November 2027.[7]

GiroCode und E-Rechnung

Ein QR-Code macht aus einem PDF keine E-Rechnung. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz, der eine elektronische Verarbeitung ermöglicht.[5] Die Bankverbindung steht dort in eigenen Datenfeldern, die das Buchhaltungsprogramm des Kunden ausliest. Bei einer hybriden Rechnung wie ZUGFeRD, also PDF mit eingebetteten Daten, kann der GiroCode trotzdem auf dem sichtbaren PDF stehen. Er hilft dann den Kunden, die die Rechnung am Handy bezahlen.

Checkliste: GiroCode auf der Rechnung

  • Version 002, Zeichensatz UTF-8, Kennung SCT
  • Name genau wie auf der Rechnung, höchstens 70 Zeichen
  • IBAN ohne Leerzeichen im Code, mit Leerzeichen im Text
  • Betrag gleich dem Rechnungsbetrag
  • Rechnungsnummer als Verwendungszweck
  • Klartext neben dem Code
  • Freier Rand um den Code, 2 bis 3 cm Kantenlänge
  • Mit mehreren Banking-Apps getestet
  • Bei Storno oder bereits bezahlten Rechnungen kein Code

GiroCode mit Taktwert

Taktwert kann auf Rechnungen einen GiroCode nach EPC069-12 drucken. Das ist eine Option, die Sie einschalten. Taktwert ist eine Desktop-App für Windows und Mac ohne Cloud, Ihre Bankdaten bleiben auf Ihrem Rechner. Jedes PDF enthält zusätzlich ZUGFeRD, XRechnung gibt es auch.

Zahlungseingänge gleichen Sie über den Kontoauszug ab, auch Teilzahlungen. Offene Rechnungen mahnen Sie aus dem Mahnwesen. Eine Online-Zahlung per Link, etwa mit Karte, bietet Taktwert nicht.

Für eine Person ist Taktwert kostenlos, ohne Grenzen bei Kunden und Rechnungen. Rechnungen tragen dann den Hinweis „Erstellt mit Taktwert“. Premium kostet 39 € je Platz und Jahr zzgl. USt. Vergleiche mit anderen Rechnungsprogrammen finden Sie bei Lexware Office, sevdesk und Papierkram.

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Häufige Fragen

Zum GiroCode auf Rechnungen. Weitere Fragen beantworten wir unter support@taktwert.de.

Was ist ein GiroCode?

Ein QR-Code mit den Daten für eine SEPA-Überweisung nach der Richtlinie EPC069-12 des European Payments Council. Er enthält Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck. Die Banking-App füllt damit die Überweisung aus.[1]

Ist ein GiroCode auf der Rechnung Pflicht?

Nein. Er ist freiwillig und ersetzt keine Pflichtangabe nach § 14 UStG.[5] Er macht das Bezahlen nur bequemer.

Wie groß sollte ein GiroCode sein?

Eine feste Größe gibt die EPC-Richtlinie nicht vor.[1] Bewährt sind 2 bis 3 cm Kantenlänge mit freiem Rand. Als Maßstab dienen die 0,4 mm je Modul, die die Schweizer Norm verlangt.[4]

Braucht der GiroCode eine BIC?

In Version 002 nicht, solange das Konto im Europäischen Wirtschaftsraum liegt. Außerhalb des EWR bleibt die BIC Pflicht.[1]

Kann ich einen GiroCode für Kunden in der Schweiz verwenden?

Für Zahlungen in Euro an ein EWR-Konto ist das technisch möglich, sofern die Bank des Kunden den Code liest. Üblich ist in der Schweiz aber die QR-Rechnung mit eigenem Zahlteil nach den Richtlinien von SIX.[6]

Ist der GiroCode datenschutzrechtlich ein Problem?

Der Code enthält nur Ihre eigenen Zahlungsdaten, die ohnehin auf der Rechnung stehen, keine Daten des Kunden und keinen Link. Achten Sie aber darauf, wo Sie ihn erzeugen. Bei Online-Generatoren geben Sie Name und IBAN an einen fremden Anbieter.

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Quellen

Stand: Oktober 2026. Abgerufen am 8. Oktober 2026.

  1. European Payments Council, EPC069-12 Version 3.1, Quick Response Code: Guidelines to Enable the Data Capture for the Initiation of a SEPA Credit Transfer, 19. März 2024: europeanpaymentscouncil.eu (PDF)
  2. Sparkasse, GiroCode: Europaweit mit QR-Code zahlen: sparkasse.de
  3. VR Bank Rhein-Neckar, Was ist ein GiroCode?: vrbank.de
  4. SIX, Schweizer Implementation Guidelines QR-Rechnung, Version 2.3, Kapitel 3.5, 4 und 6: six-group.com (PDF)
  5. § 14 UStG, Ausstellung von Rechnungen: gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14.html
  6. SIX, QR-Rechnung: six-group.com
  7. SIX, Schweizer Implementation Guidelines QR-Rechnung, Version 2.4, gültig ab 14. November 2026, Änderungskontrolle: six-group.com (PDF)

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